Aktivierungshilfen - Eine Chance für Jugendliche
Jugendliche haben heutzutage oftmals vielschichtige Probleme. Drogen, Alkohol, Spielsucht nur um ein paar zu nennen. Demotivation, schwindendes Selbstwertgefühl und absolute Perspektivlosigkeit sind sehr oft die Folge. An Arbeit oder Ausbildung ist dann gar nicht zu denken. Es fällt ihnen schon schwer, morgens aufzustehen; zumal keine sinnvolle Aufgabe oder gar ein strukturierter Tagesablauf auf sie warten. Es heißt: Mittags aufstehen - abhängen – bis früh morgens vor dem Computer sitzen..
Das muss nicht sein.
Die ARGE Hagen versucht mit Hilfe der Diakonie, der Caritas und der AWO, diesen Jugendlichen wieder eine Struktur zu geben; eine Chance, etwas aus sich uns seinem Leben zu machen.
Einfach ist diese Aufgabe nicht; weiß Annette Jeschak von der Diakonie: „Es ist nicht leicht, Zugang zu den Jugendlichen zu bekommen. Wir versuchen, mit einem geregelten Tagesablauf, praktischen Arbeiten, die an den Arbeits– bzw. Ausbildungsmarkt heranführen, und mit vielen Gesprächen den Jugendlichen aufzuzeigen, dass sie es schaffen können, wenn sie es wollen und sich auf die Hilfe einlassen. Wir lassen die jungen Menschen nicht sofort fallen, wenn es anfangs nicht funktioniert. Des Öfteren bleiben die Jugendlichen bei Problemen zu Hause und kommen morgens nicht. Dann gehen wir zu ihnen nach Hause und holen sie ab, ohne sofort mit einer Abmahnung zu drohen. Die sozialpädagogische Betreuung ist wichtiger Baustein im Rahmen der Aktivierungshilfe. Die Jugendlichen müssen lernen, über ihre Probleme zu reden. Flucht – oftmals in Drogen oder Alkohol – sind keine Lösung.
Bei der Aktivierungshilfe gehen sozialpädagogische Betreuung und berufspraktische Unterweisung Hand in Hand. Die drei Träger haben sich auf unterschiedliche Segmente spezialisiert:
1. Maler- und Gestaltungsbereich (Caritas)
2. Holz- und Metallbereich (AWO) und
3. Nahrung und Hauswirtschaftsbereich (Diakonie)
Ein Beweis, dass das Konzept aufgehen kann, ist Marcel (25 Jahre alt). Vor einem Jahr noch bestand sein Arbeitsalltag aus Ausschlafen, Abhängen und Internet – doch jetzt hat er das erste große Ziel erreicht: eine Ausbildung. Am 06.09.2010 beginnt er eine Ausbildung zum Koch.
„Ich habe schwer dafür gearbeitet, um so weit zu kommen! Anfangs war ich skeptisch, als die ARGE mir den Vorschlag unterbreitete, an diesem Projekt teilzunehmen, aber es hat sich gelohnt. Die erste Zeit war hart, aber ich musste lernen, Verantwortung zu übernehmen. Ich wollte ein Vorbild sein für meine Kinder - der Gedanke, meinen Kindern in der Zukunft auch was bieten zu können war eine große Motivation für mich!“
107.7 Radio Hagen hat einen Exklusivbericht am 30.08.2010 im Rahmen von "Hallo wach" gesendet, den Sie auch downloaden können.
DOWNLOAD: ARGE-Aktivierungshilfe...